Holger Küper

von Alina Schmidt

 

Was ist das für ein Künstler, der wiederholt an „Unorten“ Kussfotos wandhoch aufkaschiert? Naiv in einer Zeit, in der nur Katastrophen photogen zu sein scheinen, oder zuversichtlich ? 

 

Im Zuge seiner Austellung „Leuchtfeuer“ über das Lehniner Institut für Kunst und Kultur in Lehnin im Sommer 2020, hatte Holger Küper ein Boot der Institutsboote des Klostersees hervorgehoben. Er hat es mit seinen Farben neu angemalt, dass es leuchtet. „Lustboot“ hat er es genannt. Ein Objekt benutzen und damit etwas erleben. Eine Einladung an die Ausflügler und Gäste der Ausstellung. Ein Eintauchen in die (Wasser)Welt. Unter, hinter Oberflächen kommen. Sein Innen dem Außen öffnen.  

 

Holger Küper will begreifen was ein Körper ist, nicht, wie man die schönste Pose darstellt.

Und „Learning by doing“, die Handlung beim Malen für sich ausprobieren. 

 

Er baut eine Rakete, zeigt den Traum vom Fliegen, campt 5 Tage indoor und er performt mit Farbe in einer Glasvitrine. Auch ein Poet, er schreibt, sowas wie: 

„Der Morgen graut, das Licht des gerade anbrechenden Tages bringt Leben in den Horizont,

bis weit in den Himmel erstrahlt es in gelb, orange, rosa, blau, weiß, lila.

Und zeigt die ganze Dynamik der lebendigen Haut der Erde.“ 

Was ist das für ein Künstler der Natur malt, über Formate von 3 m hinaus, poetische Texte schreibt ? Ein Romantiker? Zuversicht ? 

Holger Küper erfährt sich selbst im gegenwärtigen Handeln seiner Kunst, in einem Augeblick kann man das sehen, wenn das Werk steht und erlebt wird. 

Für einen Augenblick den Künstler für sich begreifen, wenn er parallel vielleicht schon wieder an etwas Neuem, etwas Anderem arbeitet.

Ein Künstler der sich nicht auf das verlässt was ist, ein Künstler der erleben will, erforschen und neue Wege finden will. 

Sich selbst dabei immer wieder Fragen stellt. Wie zum Beispiel Performance für die Anderen und oder mit den Anderen? 

Der selbstgebaute Pinsel seiner Performance galt als Werkzeug für seine Performance „beleben“ auf dem Gelände des Lehiner Instituts. Kalligrafie mit selbstangemischter Kreidefarbe wurde riesengroß auf den gemähten Rasen übertragen. 

Wie er es überträgt war vorher nicht geplant. Wie schwer der Pinsel ist, mit Farbe daran, hatte Holger vorher auch nicht gewusst. 

Handlung beim Malen für sich ausprobieren, sagt er. 

Die Welt, seine Kunst im Tun für sich selbst zu erfahren ist gleichzeitig Ausdruck und zeigt sein Werk für uns als Betrachter. 

Objekte benutzen und erleben. Neu denken. 

Aktion, Malerei, Performance, Bau, Skulptur, Bildhauerei, vielfältig, Texte auch. 

Holger begreift seine Welt für sich, Ausdruck ist seine Handlung. 

Seine Handlung ist das Begreifen seiner Welt und zeigt uns wie er die Welt begreift. 

Unterschiedlich, die Welt ist vielfältig. Jede Frage bringt ihm einen neuen Weg im Denken und der Idee von Etwas, vielleicht ein Kanu aus Plane, das kann funktionieren wenn das Wetter stimmt. Holger lädt Sie immer wieder ein, seine Welt zu besuchen und zu erleben. 

Gewiss, es könnte sein, Sie lernen ein Stück Andersartigkeit Ihrer Person kennen.