Kerstin Hochhaus

von Theresa Hahner

Kerstin Hochhaus – ein beeindruckender Name.

Der Traum beginnt mit einem verschwommenen Eindruck. Farben. Rot, schwarz, weiß und golden. Irgendwo ein Hauch von fleischfarben. Es folgen Materialien, haptische Erfahrungen. Glänzende Perlen, feine Stoffe, Keramik. Die Bilder sind ein Film, verknüpft, versponnen, sich lösend und zusammenfügend. Man gehe einen Schritt rückwärts und erhascht einen Blick auf ein, zwei, drei mögliche Narrative. Isolation und Gruppenzugehörigkeit. Was stimmt? Ehe die Frage erörtert werden kann, stürzt sich der Blick wieder aufs Detail, eine Erzählung löst sich auf, die Szenen sind wichtig. Frauen haben mehr Archetypen als Männer, die tragen Anzug. Ein Tanz kann Zerstörung bedeuten. Make-up als Performance. Haare. Schönheit. Schnitt/Collage. Neu platziert sind Haare Horror, von glattem Ekel durchdrungen. Stränge, Fülle von Haaren in der Dusche, im Essen, in Tuben. Eine entrückte Kulisse, die erschreckend an vertraute, geschätzte Räume erinnert. Ein Klang, der sich aus dem dunklen Hintergrund herausschält: Tippen. Kullern. Klirren. Ohrenbetäubend und dann Ruhe. Und alles verknüpft sich neu.

Und dann außerhalb des Traumes eine Frau, eine Künstlerin, eine künftige Lehrerin, die in der Akademie als ungewöhnlich erwachsen gilt. Sie beobachtet die Zuschauer ihrer Arbeit. Sie beobachtet, wie man über sie spricht, sie darstellt, welche Rolle man ihr zu teilt. Und dann redet sie darüber, offen und brutal ehrlich.
 
Eine beeindruckende Person.