Kip Fiene

von Jacob Jürgens

 

Bohne, beste Haarschneide-Person Münsters, Kommunikations-Kip. Das sind die Spitznamen, die mir zu Kip Fiene nach gut einem Jahr an der Kunstakademie einfallen. Kips Arbeiten lassen sich weniger gut mit Worten beschreiben; sie passieren viel eher, scheinbar aus dem Nirgendwo: Notizen und Gesprächsfetzen füllen mit ihrer Bescheidenheit einen Raum mit ganzen Dialogen, Bildern und Assoziationen. Ein Büschel Haare und ein Klebestreifen werden zur Skulptur und das Bild einer traurig dreinschauenden Robbe wird zum Selbstportrait erhoben. Dazwischen immer wieder die Auseinandersetzung mit Typographie, feinen Linien und digitalen Räumen.

Aber der erste Blick täuscht, denn Kips Kunst kommt ganz und gar nicht aus dem Nirgendwo: Sie fußt in queer-feministischer und antifaschistischer Theorie, greift kritisch auf Konzepte der Psychologie zurück und nimmt dabei wie ganz selbstverständlich noch Kips ganz eigene Biographie und Ansichten mit. Kips Arbeiten sind aber auf keinen Fall schwer zu verdauen, sie wollen auch nicht erziehen oder überzeugen; trotz all der teilweise heftigen Thematiken, die Kip verarbeitet, fehlt es den entstehenden Werken nicht an Humor und (Selbst)ironie.