Sierra Diamond

von Lisa Tschorn

„Ich weiß es nicht“, waren die ersten deutschen Worte, die Sierra Diamond wirklich verstehen konnte. Geboren und aufgewachsen in Seattle, ist sie über Studienstationen in Chico (Kalifornien) und Mainz an die Kunstakademie Münster gekommen.

Medial niederschlug sich die geographische Verlagerung in einem Wechsel von einer Arts and Crafts beeinflussten Herangehensweise an Zeichnung und Bildhauerei, über Medienkunst hin zu konzeptorientierten Performances, live und als Video.

Zentrale Punkte ihrer Arbeit sind Intimität, Empathie und Reduktion.Es geht ihr um das Erfahrbarmachen immaterieller Erfahrungen, die sie, ausgehend vom Persönlichen, in präzise, performative Handlungen transformiert:

In der Performance “9 to5” begibt sie sich in eine Büroumgebung und unternimmt den Versuch, systematisch alle Haare ihres Körpers zu zählen. In „Together alone“ lässt sie Menschen, die im echten Leben ein Paar sind, getrennt voneinander jeweils abwechselnd auf der Couch vor einem Fernseher sitzen und im Bett liegen. Der Fernseher zeigt in einem Loop einander hinterherschleichende Wölfe.